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Ein Viertel der bayerischen Gerichtsgutachter hat vom Richter eine Tendenz signalisiert bekommen

Münchner Dissertation: 40 % dieser Gutachter sind von der Justiz wirtschaftlich abhängig

54 von 219 befragten  Medizinern und Psychologen, die regelmäßig Gutachten für bayerische Gerichte erstellen, haben von den Richtern in Einzelfällen oder häufig eine Tendenz signalisiert bekommen. Dies ist eines der Ergebnisse der Dissertation „Begutachtungsmedizin in Deutschland am Beispiel Bayern“ von Benedikt Jordan an der Ludwig-Maximilians-Universität München, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtet , 28 % der psychiatrischen Gutachter haben im Einzelfall oder häufig Tendenzen signalisiert bekommen, allerdings nur 17 % der ärztlichen Gutachter. Jeder dritte Gutachter teilte mit, aus dem Kollegenkreis gehört zu haben, dass in Einzelfällen oder häufig bei einem gerichtlichen Gutachtenauftrag schon einmal eine Tendenz genannt wurde.

Unter den Gutachtern, die bei gerichtlich in Auftrag gegebenen Gutachten in Einzelfällen oder häufig eine Tendenz signalisiert bekommen haben, gaben durchschnittlich 40,7 % an, mehr als 50 % ihrer Einnahmen aus gutachterlichen Tätigkeiten zu beziehen. Von allen 219 befragten Gutachtern teilten durchschnittlich 42,1 % mit, pro Jahr mehr als zwölf Gerichtsgutachten zu erstellen.

Zwei Drittel der Befragten sind Humanmediziner und Psychiater, die anderen etwa je zur Hälfte Psychologen und Zahnmediziner.

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