Sie sind hier: BVfB e. V. > Länderpräsenzen > Hessen > Hochtaunuskreis: Betreuer dringend gesucht

Hochtaunuskreis: Betreuer dringend gesucht

Die Betreuungsbehörde des Hochtaunuskreises legt ihre Jahresbilanz 2017 vor. Demnach benötigen 3165 Menschen externe Hilfe. Die Gründe, warum sie eine Betreuung benötigen, sind indes vielgestaltig.

HOCHTAUNUS - Querschnittslähmung, Schlaganfall, Psychose oder gar ein Unfall: Viele Ereignisse im Leben können es notwendig machen, dass ein Mensch seine Selbstständigkeit verliert und auf eine externe Betreuung angewiesen ist. Die Koordination aller Vorgänge, die eine solche Betreuung regeln, übernimmt die Betreuungsbehörde. Sie hat nun ihren Betreuungsbericht vorgestellt, in dem die Zahlen aus dem Jahr 2017 zusammenfasst werden. Im Jahr 2017 standen bis zum 31. Dezember 3165 Menschen im Hochtaunuskreis unter gesetzlicher Betreuung. Die Zahl der neuen Verfahren beträgt 609 Personen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist eine leichte Steigerung der Neuverfahren zu beobachten.

Wie in der Vergangenheit wurden die Arten der Erkrankungen in vier Kategorien unterteilt, die für die Einrichtung einer Betreuung durch das Betreuungsgericht maßgeblich waren. Oft leiden die betroffenen Menschen unter mehreren Erkrankungen oder auch Behinderungen gleichzeitig, die sie daran hindern, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln.

Den größten Teil der unter Betreuung stehenden Menschen im Hochtaunuskreis bilden körperlich bedingte und geistige Behinderungen mit 47 Prozent (1478). Hier finden sich sowohl Patienten mit angeborenen Behinderungen als auch Menschen, deren Behinderungen sich im Laufe des Lebens ergeben haben. Betreuungen, die aufgrund einer körperlichen Behinderung eingerichtet werden, ohne dass eine Beeinträchtigung der geistigen oder seelischen Leistungsfähigkeit vorliegt, sind eher die Ausnahme. Die kleinste Gruppe bilden die aufgrund einer Suchterkrankung unter Betreuung gestellten Menschen mit vier Prozent.

Um überhaupt betreut werden zu können, muss ein Betreuungsgericht darüber entscheiden, ob der Mensch betreut werden muss. Seit 2014 muss in jedem einzelnen Fall dazu die Betreuungsbehörde befragt werden. Wurde dies vom Betreuungsgericht verfügt, so benennt die Betreuungsbehörde geeignete Betreuer. War es früher noch üblich, einen Verwandten oder Bekannten ehrenamtlich zu pflegen, so nimmt der Anteil der ehrenamtlich tätigen Angehörigen heutzutage stetig ab. Rund 58 Prozent der Betreuungen werden ehrenamtlich geführt. 54 Prozent der Fälle davon fallen auf Angehörige, die eine Betreuung führen. Der geringe Anteil von ehrenamtlichen Betreuern, die keine Angehörigen sind, beträgt lediglich vier Prozent.

38 Prozent der Betreuungen werden von Berufsbetreuern geführt. Berufsbetreuer kommen zum Einsatz, wenn kein ehrenamtlicher Betreuer zur Verfügung steht oder die Führung der Betreuung so schwierig ist, dass nur geschulte Fachkräfte die Betreuung führen können. Ein Berufsbetreuer benötigt neben humanwissenschaftlichen Fachkenntnissen auch weitreichende juristische Kenntnisse. Auch hier wird es immer schwieriger geeignete Berufsbetreuer zu finden, die eine erforderliche Qualifikationen mitbringen. Wer sich für die Aufgabe des Berufsbetreuers interessiert, kann sich gerne an die Betreuungsbehörde wenden unter: walter.miot@hochtaunuskreis.de

Im Jahr 2017 gab es im Erscheinungsgebiet dieser Zeitung zahlreiche Beratungen der Betreuungsbehörde: In Usingen (187), Neu-Anspach (154), Königstein (152), Wehrheim (77), Steinbach (85), Grävenwiesbach (91) und Schmitten (60). Zudem war der Anteil der Frauen, die Hilfe suchten, mit 51 Prozent (1623) etwas höher als der Anteil der Männer (1542) mit 49 Prozent.

Quelle: www.main-spitze.de

Zurück