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Land bei Betreuung Spitze

20 Jahre Betreuungsrecht – eine rheinland-pfälzische Erfolgsgeschichte

Mainz, 24.05.12

1992 ist die rechtliche Betreuung an die Stelle der Entmündigung Erwachsener getreten. Menschen, die wegen ihres Alters oder einer Behinderung Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Rechtsgeschäfte benötigen, erhalten durch einen Betreuer oder eine Betreuerin die erforderlichen Hilfen, ohne in ihrer Geschäftsfähigkeit eingeschränkt zu werden.

Das 20jährige Jubiläum war Anlass einer Festveranstaltung am 24. Mai 2012 im Frankfurter Hof in Mainz, an der die Sozialministerin Malu Dreyer und der Justizminister Jochen Hartloff teilnahmen. Beide Kabinettsmitglieder ließen es sich nicht nehmen, den 116 Betreuungsvereinen im Lande herzlich für ihr Engagement bei der Gewinnung, Beratung und Begleitung ehrenamtlicher Betreuer und Betreuerinnen in unserem Lande zu danken. Die Vereine informieren und beraten auch über Vorsorgevollmachten sowie Betreuungs- und Patientenverfügungen. Damit steht den Bürgerinnen und Bürgern im Land ein einzigartiges Informations- und Beratungsnetz flächendeckend zur Verfügung.

Angesichts der demografischen Entwicklung nimmt die Zahl der Personen zu, die auf Betreuung angewiesen sind. Gegenwärtig sind es in Rheinland-Pfalz rund 70.000 Betreuungsverhältnisse, von denen beachtliche drei Viertel ehrenamtlich wahrgenommen werden.

Ministerin Malu Dreyer hob hervor, dass das Betreuungsrecht die Selbstbestimmung der betroffenen Menschen stärke. Es sei ein Zeichen gelebter Solidarität, dass sich in Rheinland-Pfalz viele Menschen ehrenamtlich im Betreuungswesen engagieren. Daher sei es aber auch konsequent und richtig, dass Menschen, die sich für die schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe der Betreuung finden, nicht allein gelassen, sondern durch die Querschnittarbeit der Betreuungsvereine wirksam unterstützt werden. Anders als in anderen Ländern gebe es in Rheinland-Pfalz als einzigem Land eine verlässliche und dauerhafte Förderung der Betreuungsvereine durch Land und Kommunen auf landesgesetzlicher Grundlage.

Minister Jochen Hartloff betonte, der Reformansatz sei so aktuell wie vor 20 Jahren. Der Grundsatz „So viel Selbstbestimmung wie möglich und nur so viel Freiheitsbeschränkung wie unbedingt nötig“ habe sich als zukunftsfähig erwiesen. „Die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer verdienen unsere Anerkennung. Sie sind Menschen mit ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein und hoher Leistungsbereitschaft, Menschen, die Solidarität praktizieren, indem sie sich um hilfsbedürftige Menschen kümmern und ihnen neben der rechtlichen Unterstützung auch das Gefühl vermitteln, nicht von der Gesellschaft allein gelassen zu werden.“

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